Eine Idee, die mit einer Tragödie begann – und Jahre später zum PRECI-Charity-Cup wurde.
Stellen Sie sich einen Spätsommertag in Kanada vor. Indian Summer, die Ahornblätter färben sich, die Luft ist klar und kühl. Auf einem Golfplatz stehen Menschen, die sich sonst nur aus Telefonkonferenzen und E-Mails kennen – Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt, eingeflogen für einen einzigen Tag. An diesem Morgen spricht niemand über Umsatz. Es geht um etwas anderes.
Und mittendrin: ich – zum allerersten Mal in meinem Leben mit einem Golfschläger in der Hand.
Aber der Reihe nach. Um zu erklären, warum es den PRECI-Charity-Cup gibt, muss ich in dieses Jahr 2002 zurück – und zu dem Grund, warum an diesem Tag überhaupt gespielt wurde.
Der Tag, der alles veränderte
Unter den Menschen, mit denen ich damals zu tun hatte, war ein Produktmanager des damaligen Kunden. Ein zugewandter, kluger Mann. Er saß in einem der Flugzeuge des 11. September – und kam ums Leben.
Zurück blieben seine Frau und zwei halbwüchsige Söhne, beide kurz vor dem Studium. Und hier kommt etwas hinzu, das man in Deutschland leicht unterschätzt: In Nordamerika ist ein Studium privat zu finanzieren – und sehr teuer. Plötzlich stand im Raum, dass einer der beiden Jungen, vielleicht sogar beide, nie würden studieren können. Der Verlust des Vaters war das eine. Dass mit ihm auch die Zukunft der Söhne ins Wanken geriet, war das andere.
Was dann geschah
Der Inhaber des Unternehmens traf eine Entscheidung, die mich bis heute prägt. Er lud im Indian Summer seine globale Mannschaft zu einem Golfturnier ein – und flog sie aus aller Welt ein. Nicht für einen Kunden, nicht für ein Geschäft. Für eine Familie.
Gespielt wurde ein 4er-Scramble – jenes Format, das heute im PRECI-Charity-Cup die Runde A bildet. Ich erwähne das nicht ohne Grund: Bis zu diesem Tag hatte ich noch nie einen Golfschläger in der Hand gehabt und wusste nicht einmal, wie man ihn richtig hält. Im Scramble spielte das keine Rolle – es zählt der beste Ball des Flights, das Team trägt den Schwächsten mit. Vielleicht war das der erste Beweis dafür, dass dieses Format verbindet.
Und dann geschah etwas, das größer wurde, als irgendjemand erwartet hatte. Jeder zahlte sein Greenfee. Dazu kamen persönliche Spenden. Das Unternehmen verdoppelte die Summe. Der Inhaber verdoppelte noch einmal und übernahm obendrein die Kosten der Veranstaltung, damit von jedem Euro auch jeder Euro ankam. Sponsoren legten nach. Am Ende dieses einen Tages, mit rund 400 Teilnehmern, war genug zusammengekommen, dass beide Söhne studieren gehen konnten.
Ein Tag. Rund 400 Menschen. Und zwei junge Leben, die wieder eine Zukunft hatten.
Warum gerade dieser Tag mir geblieben ist
Jetzt kommt das Erstaunliche: Es war nicht das Golfen, das mich gepackt hat. Nach diesem Turnier habe ich nur noch zweimal einen Schläger geschwungen – einmal bei einem Salesmeeting in Chicago, einmal bei einem Schnupperkurs im Urlaub. Erst zwanzig Jahre später habe ich die Platzreife gemacht und den Ball wieder aufgegriffen.
Was blieb, war also nicht der Sport. Was blieb, war dieser eine Tag – und was an ihm möglich wurde. Bis dahin hätte ich „wohltätiges Engagement“ für etwas gehalten, das große Stiftungen und große Namen unter sich ausmachen. An diesem Tag sah ich das Gegenteil: dass eine Gruppe ganz normaler Menschen – Unternehmer, Mitarbeiter, Geschäftsfreunde – zusammen mehr bewegt, als jeder Einzelne je könnte. Ohne Gala, ohne Bühne, ohne Show. Ein Golfplatz, ein gemeinsamer Tag, ein klares Ziel.
Vom Funken zum Format
Dieser Tag war der Funke. Über die Jahre reifte daraus eine Idee: Was, wenn man genau dieses Prinzip in ein Format gießt, das offen ist für den Mittelstand? Nicht elitär, nicht abgehoben, sondern verbindend. Golf als Rahmen, der Menschen für ein paar Stunden zusammenbringt – und am Ende eine Spende, die nachvollziehbar ankommt.
So entstand der PRECI-Charity-Cup. Dass ausgerechnet das 4er-Scramble von damals heute die Runde A bildet, ist kein Zufall: Es ist das Format, in dem auch ein Anfänger dazugehört. Die Haltung dahinter stammt direkt aus jenem kanadischen Herbst: CSR ohne Show. Den Mittelstand verbinden statt ausgrenzen. Und das Versprechen, dass jeder Beitrag transparent wirkt.
Was bleibt – drei Dinge, die ich mitgenommen habe
- Gemeinsam schlägt einzeln. Viele kleine Beiträge, an einem Punkt gebündelt, ergeben eine Wirkung, die niemand allein erreicht.
- Wirkung braucht keine Bühne. Ein klarer, ehrlicher Rahmen überzeugt mehr als jede Inszenierung – gerade im Mittelstand.
- Aus dem Schlimmsten kann etwas Gutes wachsen. Nicht als Trost, sondern als Tat, die anderen hilft.
Kernbotschaft: Manchmal entsteht aus dem Schlimmsten etwas, das vielen hilft. Genau das ist die DNA des PRECI-Charity-Cup.
Heute, viele Jahre nach jenem Tag in Kanada, steht der PRECI-Charity-Cup für genau diese Überzeugung – übersetzt in ein Format für Unternehmen, die Gutes tun und sichtbar werden wollen, ohne sich zu verbiegen.
Wenn Sie wissen möchten, was aus diesem Funken geworden ist:
Zu den Sponsoring-Möglichkeiten
Wer hinter dem Cup steht und wie wir heute arbeiten, lesen Sie auf unserer Seite Über uns.
— Horst
