Vom Bierdeckel zur Struktur: die Urlaubsidee hinter dem Cup

Die besten Ideen kommen selten im Büro. Unsere kam im Weihnachtsurlaub – zwischen zwei Golfrunden.

Weihnachten 2024, Fuerteventura, ein Golfhotel. Eigentlich wollte ich abschalten. Doch da war dieser eine Gedanke, der mich seit jenem Turnier in Kanada nicht mehr losließ: Wie bringt man den Mittelstand dazu, gemeinsam Gutes zu tun – ohne dass es kompliziert, elitär oder aufgesetzt wird? Zwischen zwei Runden, bei Sonne und ohne Termindruck, fing ich an, ihn zu sortieren. So begann der PRECI-Charity-Cup. Nicht in einem Strategie-Workshop, sondern dort, wo der Kopf endlich frei war.

Wo Ideen wirklich entstehen

Ich glaube nicht an den Geistesblitz auf Knopfdruck. Gute Ideen brauchen Luft, Abstand und einen Ort, an dem das Telefon mal schweigt. Die erste Skizze des Cups war entsprechend roh – mehr Frage als Antwort, mehr Richtung als Plan. Aber sie hatte einen Kern, der trug: Charity, die zum Mittelstand passt, statt ihn zu überfordern.

Der wichtigste Mitspieler: ein Gegenpol

Von der ersten Minute an dabei war Karin, unsere MissionControl. Und zwar nicht als Ja-Sagerin – im Gegenteil. Karin ist der hinterfragende Gegenpol, mit exakt derselben Ausrichtung auf das gemeinsame Ziel, aber einem unbestechlichen Blick für die Schwachstellen. Jede Idee, die ihre Fragen überlebt, ist danach besser.

Ein Konzept ist nur so gut wie der Widerspruch, den es überstanden hat.

Genau dieses Zusammenspiel – Antrieb und Prüfung, gleiche Richtung, andere Perspektive – ist übrigens auch das, was wir bei PRECI.expert in unsere Beratungsprojekte tragen. Es funktioniert auf dem Golfplatz nicht anders als im Unternehmen.

Ein gutes Konzept darf sich ändern

Was auf Fuerteventura begann, sieht heute vorallem an zwei entscheidenden Stellen anders aus als in der ersten Skizze. Und das ist kein Makel, sondern ein gutes Zeichen.

Erstens: Sponsoring statt Verkauf

Ursprünglich dachten wir an feste Preise. Heute vergeben wir Startplätze und Sponsorings über eine Auktion. Der Unterschied ist größer, als er klingt: Jeder zeigt über sein Gebot, was ihm der gute Zweck wert ist. Wir legen nur den Startpunkt fest – den Rest regelt der Markt. Genau so, wie es im normalen unternehmerischen Alltag auch läuft. Aus einem starren Preisschild wurde so ein offenes, faires Verfahren, das den Spendentopf ganz nebenbei optimiert.

Zweitens: die Tombola

Zuerst wollten wir es machen wie überall: Lose verkaufen, ziehen, Preise verteilen. Dann haben wir das Lotteriegesetz, die Glücksspielverordnung und die steuerlichen Regeln dazu gelesen und diskutiert – und festgestellt, dass man das so einfach gar nicht darf. Also haben wir die Tombola rechtskonform neu gebaut, ohne Losverkauf und ohne Geldfluss, und bieten das Erlebnis trotzdem allen. Diese Geschichte ist gut genug für einen eigenen Beitrag: Die Tombola, die man nicht kaufen kann.

Was ich daraus mitgenommen habe

  • Ideen brauchen Abstand. Der Cup wäre so nie im Büro entstanden, sondern erst, als der Kopf frei war.
  • Ein guter Gegenpol ist Gold wert. Ohne Karins Fragen wäre die Hälfte der Idee nie so gut geworden.
  • Kurskorrekturen sind Stärke, nicht Schwäche. Wer am ersten Entwurf festklebt, hat selten den besten.

Kernbotschaft: Ein gutes Konzept darf sich ändern. Schlechte Konzepte tun es nie.

Sehen Sie, was aus der Urlaubsidee geworden ist:
Zu den Sponsoring-Möglichkeiten

Woher der ursprüngliche Funke kam, lesen Sie hier: Wie 2002 ein Golftag in Kanada den Funken zündete.

— Horst

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