Kein Ausrüstungsteil wird so oft benutzt und so selten erwähnt.
Im Goodie-Bag liegt das Golftuch obenauf in der Faltschachtel – als erstes Stück, das Sie sehen, wenn Sie den Deckel öffnen. Es ist das unauffälligste Teil der ganzen Ausstattung und dasjenige, das am längsten hält.
Was ein Golftuch auf dem Platz leistet
Ein Golftuch hängt am Bag und macht drei Dinge, die zusammen mehr für das Spiel bringen als die meisten Ausrüstungskäufe:
- Es reinigt die Schlagfläche. Zwischen den Rillen eines Eisens sitzen nach jedem Schlag Gras und Erde. Diese Rillen erzeugen den Spin – sind sie zugesetzt, rutscht der Ball an der Schlagfläche ab, statt zu greifen. Der Unterschied ist keine Theorie: Ein verschmutztes Wedge lässt den Ball auf dem Grün weiterrollen, ein sauberes bringt ihn zum Stehen
- Es trocknet den Griff. Morgentau, Regen, Schweiß – ein nasser Griff ist die häufigste Ursache für einen verrutschten Schlag. Wer die Hand fester zudrückt, um das auszugleichen, verspannt den Schwung und verliert Länge
- Es säubert den Ball. Auf dem Grün darf der Ball aufgenommen und gereinigt werden. Ein Ball mit Erde in den Dimples rollt unberechenbar – auf den letzten zwei Metern entscheidet das über den Putt
Wie man es richtig benutzt
Die meisten hängen ein Golftuch ans Bag und benutzen es trocken. Das ist die halbe Miete. Der Trick, den erfahrene Spieler anwenden: eine Hälfte feucht, eine Hälfte trocken.
Vor der Runde eine Ecke des Tuchs anfeuchten. Mit der feuchten Seite wird gereinigt, mit der trockenen nachgewischt. Erde löst sich nur nass, und ein feuchter Schlägerkopf, der zurück in den Bag wandert, rostet mit der Zeit an den Rillen.
Ein zweiter Hinweis, der banal klingt und trotzdem selten befolgt wird: Wischen Sie nach jedem Schlag, nicht nach jeder Bahn. Es dauert zwei Sekunden und passiert ohnehin, während der Mitspieler dran ist.
Das Tuch im Cup-Look

Unser Golftuch trägt das Zeichen des PRECI-Charity-Cup und ist so ausgelegt, dass es die Saison übersteht – ein Gebrauchsgegenstand, kein Deko-Artikel. Es ersetzt im Goodie-Bag das Golf-Cap, das es in dieser Zusammenstellung nicht mehr gibt.
Der Grund für den Tausch ist simpel: Ein Cap passt entweder oder nicht, wird getragen oder nicht, und über Geschmack lässt sich beim Kopf schlecht streiten. Ein Golftuch passt jedem, hängt am Bag jedes Spielers und wird jede Runde benutzt. Als Erinnerungsstück an einen Tag, der für einen guten Zweck gespielt wurde, ist das die ehrlichere Wahl.
Wohin damit am Bag?
Die meisten Bags haben oben am Tragegriff oder an der Seite einen Ring oder eine Schlaufe für genau diesen Zweck. Ein Tuch gehört dorthin, wo Sie es im Stehen mit einer Hand erreichen, ohne den Bag zu drehen – also nach vorn, in Richtung der Schlägerköpfe, nicht auf die Rückseite.
Wer den Bag auf dem Cart transportiert, hängt es besser an die dem Fahrer abgewandte Seite. Sonst schleift es bei jeder Fahrt am Gestell, und nach neun Bahnen sieht es aus wie nach einer Saison.
Der Regentag
Bei Regen kehrt sich die Logik um: Dann ist ein Tuch, das am Bag hängt, nach zwei Bahnen selbst durchnässt und damit nutzlos. Erfahrene Spieler nehmen an solchen Tagen ein zweites Tuch mit und lassen es trocken unter dem Schirm oder im Bag – das nasse zum Reinigen, das trockene für Griff und Hände.
Der Schirm gehört dabei nicht nur über den Spieler, sondern über den Bag. Ein Bag, dessen Griffe nass geworden sind, macht die restliche Runde unangenehm, egal wie gut das Tuch ist.
Woran man ein gutes Golftuch erkennt
Es gibt erstaunlich viele schlechte Golftücher. Drei Dinge machen den Unterschied:
- Saugfähigkeit. Ein Tuch, das Wasser nur verteilt statt aufzunehmen, trocknet weder Griff noch Ball
- Größe. Zu klein bedeutet: Nach drei Schlägern ist keine saubere Stelle mehr übrig. Ein brauchbares Golftuch hat mehrere Flächen, die man nacheinander benutzen kann
- Befestigung. Eine Öse oder ein Karabiner, der auch dann hält, wenn der Bag im Cart durchgeschüttelt wird
Nichts davon ist spektakulär – aber es ist der Unterschied zwischen einem Tuch, das nach der zweiten Runde in der Schublade landet, und einem, das jahrelang am Bag hängt.
Pflege
Ein Golftuch ist ein Arbeitsgerät und darf entsprechend behandelt werden. Trotzdem zwei Hinweise, die es länger schön halten:
- Bei 30 bis 40 °C waschen, mit gleichfarbiger Wäsche. Ein Tuch, das den ganzen Tag Gras aufgenommen hat, gehört nicht zur weißen Wäsche
- Keinen Weichspüler. Er reduziert die Saugfähigkeit – genau die Eigenschaft, wegen der man ein Tuch mitnimmt
- An der Luft trocknen, nicht am Bag. Ein feucht eingepacktes Tuch riecht nach zwei Tagen so, wie es riecht
Was sonst im Bag liegt
Neben dem Golftuch enthält das Goodie-Bag ein Funktionsshirt, drei Turnierbälle, zehn Bambus-Tees und die Cup-Tasche mit Lanyard und Namensschild. Übergeben wird alles am Check-in, bevor der erste Ball geschlagen ist.
Warum so viel Aufwand für ein Handtuch?
Weil die Dinge, die man täglich benutzt, mehr über einen Anlass erzählen als die, die man aufhebt. Ein Pokal steht im Regal und wird einmal im Jahr abgestaubt. Ein Golftuch hängt bei jeder Runde am Bag – und erinnert bei jedem Schlägerwischen daran, wofür an einem Sonntag im September gespielt wurde.
Der PRECI-Charity-Cup ist ein Turnier, dessen gesamter Überschuss an die Ugandahilfe Langweid e. V. geht. Das ist keine Botschaft für ein Plakat, sondern eine für ein Stück Stoff, das jahrelang im Gebrauch bleibt.
Das Goodie-Bag gibt es nur für Teilnehmer.
Unternehmen golfen für den guten Zweck – seien Sie dabei.
