Warum ausgerechnet Golf? Eine ehrliche Antwort

Ich bin der lebende Beweis, dass man kein guter Golfer sein muss, um Golf zu lieben – oder ein Golfturnier zu veranstalten.

„Du? Ein Golfturnier?“ Diese Frage habe ich oft gehört, und meistens schwang ein kleines, freundliches Grinsen mit. Zu Recht. Denn wenn es einen Menschen gibt, der nicht als leuchtendes Vorbild für golferische Brillanz taugt, dann bin das ich. Und trotzdem – oder vielleicht genau deshalb – steht ausgerechnet Golf im Zentrum des PRECI-Charity-Cup. Lassen Sie mich erklären, warum. Ehrlich, mit allen Tiefen.

Die unbequeme Wahrheit über meinen Golfschwung

Meinen allerersten Golfschläger hielt ich 2002 in Kanada in der Hand – bei jenem Turnier, das später zur Wurzel des ganzen Cups wurde. Und danach? Zwei Mal. Einmal bei einem Salesmeeting in Chicago, einmal bei einem Schnupperkurs im Urlaub. Zwanzig Jahre lang war Golf für mich also kein Sport, sondern eine schöne Erinnerung. Wer mir damals prophezeit hätte, dass ich einmal ein Charity-Golfturnier auf die Beine stelle, hätte mich herzlich zum Lachen gebracht.

Wie es überhaupt zu diesem ersten Schlägereinsatz kam, ist eine eigene Geschichte – sie steht hier.

Eine Platzreife auf Raten

Irgendwann wollte ich es dann doch wissen. Karin und ich haben uns gemeinsam an die Platzreife gewagt – und fast zwei Jahre dafür gebraucht. Zwei Jahre. Das hat Gründe, und einer davon hieß Covid.

Plötzlich waren die Golfplätze gesperrt. Die Begründung, sinngemäß: Auf einem Fairway, groß wie mehrere Fußballfelder, an der frischen Luft, mit reichlich Abstand, könnte man sich ja gefährlich nahekommen – weil es in die Rubrik „Sportstätte“ fällt. In der vollen Fußgängerzone am Samstagvormittag ging das damals offenbar problemlos. Man muss die Logik nicht verstehen, um sich bis heute an sie zu erinnern.

Als es endlich wieder losging, kam das echte Leben dazwischen: Projekte, die – passenderweise – keinen „Spielraum“ ließen. So wanderte der Schläger immer wieder zurück in die Ecke.

Gerettet von guten Pros

Was am Ende half, waren keine Wunder, sondern gute Lehrer. Wir haben das Üben in Golfurlaube verlegt, mit hervorragenden Pros als Trainer – in Bad Birnbach, auf Fuerteventura und kurz hinter Salzburg. Dort, wo der Kopf frei ist und man fünf bis zehn Tage am Stück denselben Fehler machen darf, bis er endlich verschwindet, ging es spürbar voran.

Im April dieses Jahres mündete das in eine Zahl, auf die ich ehrlich stolz war: ein Handicap von 33,3. Für manche ein Anfängerwert. Für mich ein Titel. Ich habe es gefeiert, als hätte ich ein Tuernier gewonnen.

Das Eigentor mit den neuen Schlägern

Und dann passierte das, was Golfer reihenweise in die Verzweiflung treibt. Am Ende des letzten Trainingslagers machte ich ein Fitting, kaufte mir neue, perfekt auf mich abgestimmte Schläger – und zack, war das Spiel nicht mehr das, was es war. Gefühlt steht jetzt wieder die 40 in der Vorgabe. Die teuren neuen Schläger als persönliches Eigentor: Da braucht es schon etwas Galgenhumor.

Golf ist wohl der einzige Sport, bei dem man besseres Material kauft, um anschließend schlechter zu spielen.

Aber keine Sorge: Mit Fleiß und Übung geht es wieder in die richtige Richtung. Wahrscheinlich. Fragen Sie mich nach dem 27. September gerne noch einmal.

Und genau deshalb passt Golf

Sie ahnen, worauf das hinausläuft. Wäre der PRECI-Charity-Cup ein Turnier für Cracks, hätte ich mich selbst disqualifiziert. Aber er ist das Gegenteil. Golf ist für uns nicht der Zweck, sondern der Rahmen – und ein erstaunlich guter.

Erstens macht Golf demütig. Niemand, wirklich niemand, hat dieses Spiel dauerhaft „im Griff“. Diese gemeinsame Erfahrung verbindet die Geschäftsführerin mit dem Azubi schneller als jedes Teambuilding-Seminar.

Zweitens schenkt Golf Zeit. Vier, fünf Stunden draußen, kein Bildschirm, ein Gespräch, das atmen darf. Die besten Kontakte entstehen nicht im Konferenzraum, sondern zwischen Abschlag und Grün. Wer will kann auch Besprechungen im Gehen machen, die wissenschaftlich nachgewiesen produktiver und im Endergebnis besser sind.

Drittens – und das ist der Kern – trägt das Format den Schwächsten mit. In der Runde A spielen wir Florida-Scramble: Es zählt der beste Ball des Flights. Ein Anfänger wie ich darf danebenschlagen, solange einer im Team trifft. Man muss nicht gut sein, um dazuzugehören. Man muss nur mitspielen wollen.

Was ich daraus gelernt habe

  • Demut verbindet. Wer selbst mit dem Ball ringt, grenzt niemanden aus – er reicht eher den nächsten Tee an.
  • Es geht nicht ums Können, sondern ums Dabeisein. Der beste Score gewinnt einen Pokal. Der gemeinsame Tag gewinnt etwas Größeres.
  • Ein Rahmen, der den Schwächsten trägt, trägt am Ende alle. Genau nach diesem Prinzip haben wir den ganzen Cup gebaut.

Kernbotschaft: Golf ist beim PRECI-Charity-Cup nicht Selbstzweck, sondern der Rahmen, der verbindet – unabhängig vom Handicap. Ein Turnier, das einen Anfänger wie mich trägt, trägt auch Sie … und den guten Zweck, die finale Spende.

Auch ohne Handicap-Ehrgeiz mittendrin:
Teilnehmer werden

— Horst

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